Bedeutung
Dua
دُعَاء
du'a · doo-ah
Dua ist das arabische Wort für Bittgebet: ein unmittelbarer, persönlicher Ruf an Allah, mit dem ein Gläubiger ohne Vermittler um Hilfe, Rechtleitung, Vergebung oder alles andere bittet, was er benötigt.
Alternative Schreibweisen
Du'a / Duaa / Doa
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Was ist Dua?
Dua stammt von der arabischen Wurzel d-ʿ-w und bedeutet rufen, anrufen oder herbeirufen. Aus derselben Wurzel kommt Dawah, der Aufruf zum Islam. Während sich Dawah an Menschen richtet, ist Dua ein Ruf an Allah: die unmittelbare, unvermittelte Bitte eines Dieners an seinen Schöpfer.
Theologisch bringt Dua ein besonders kennzeichnendes Merkmal der Beziehung zwischen einem Muslim und Allah zum Ausdruck: Zwischen beiden stehen weder Priesterschaft noch ritueller Vermittler oder zwingend vorgeschriebene Formel. Der Qur'an überliefert Allahs eigene Einladung an Seine Diener: „Ruft Mich an, so erhöre Ich euch.“ An anderer Stelle versichert er den Gläubigen, dass Allah nahe ist und dem Ruf des Bittenden antwortet. Diese Unmittelbarkeit unterstreicht die innige Nähe, die im Herzen des islamischen Gottesdienstes liegt.
In der Hadith-Literatur ist eine große Zahl prophetischer Bittgebete für nahezu jede denkbare Gelegenheit bewahrt und gesammelt worden: für das Aufwachen, Essen, Reisen, schwierige Zeiten und den Dank in Zeiten des Wohlergehens. Gelehrte leiteten daraus außerdem Verhaltensweisen (Adab) für die Dua ab. Dazu gehören, Allah zunächst zu loben, Segenswünsche für den Propheten ﷺ zu sprechen, die Hände zu heben, sich zur Qiblah auszurichten und geduldig auf eine Antwort zu warten.
Spirituell gilt Dua als Handlung, die Demut und Abhängigkeit von Allah verkörpert. Sie steht in enger Verbindung mit Tawakkul: dem Vertrauen auf Allah, nachdem man selbst angemessene Anstrengungen unternommen hat. Eine Dua ist kein Zeichen von Schwäche, sondern das Eingeständnis, dass die endgültige Verfügung über jedes Ergebnis bei Allah liegt – unabhängig davon, ob eine Angelegenheit groß oder klein erscheint.
Im Alltag sprechen Muslime Dua nach den fünf täglichen Gebeten, vor wichtigen Lebensentscheidungen, in Zeiten der Not und in freudigen Augenblicken sowie zu besonders günstigen Zeiten wie im letzten Drittel der Nacht. Viele lernen kurze prophetische Bittgebete für häufige Situationen auswendig – etwa für Reisen, Prüfungen oder Krankheit – und fügen Dua so selbstverständlich in den Rhythmus ihres Tages ein.
Beispiele für Dua
- Nach dem Gebet: Viele Muslime heben unmittelbar nach jedem der fünf täglichen Gebete die Hände und sprechen eine Dua.
- Für die Eltern: Eine verbreitete Dua bittet Allah um Wohlergehen, Barmherzigkeit und Vergebung für die eigenen Eltern.
- Vor einer Reise: Vor dem Aufbruch sprechen Muslime häufig eine besondere Reise-Dua und bitten um Schutz und Erleichterung.
- Bittgebet in der Nacht: Im letzten Drittel der Nacht aufzustehen und Dua zu sprechen, gilt als besonders wertvolle Praxis.
Belege in Qur'an und Hadith
„Und euer Herr sagt: ‚Ruft Mich an, so erhöre Ich euch.‘“ — Surah Ghafir 40:60
„Und wenn Meine Diener dich nach Mir fragen: Gewiss, Ich bin nahe. Ich erhöre den Ruf des Bittenden, wenn er Mich anruft.“ — Surah Al-Baqarah 2:186
Der Prophet ﷺ sagte: „Dua ist Gottesdienst“, und rezitierte dann: „Und euer Herr sagte: Ruft Mich an, so erhöre Ich euch.“ — Sunan al-Tirmidhi 3372
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Dua?
Dua bedeutet „Anrufung“ oder „Bittgebet“: eine unmittelbare persönliche Bitte oder ein Gespräch mit Allah, in dem ein Gläubiger um Hilfe, Rechtleitung, Vergebung oder etwas anderes bittet, das er benötigt.
Wie unterscheidet sich Dua von Salah?
Salah ist das vorgeschriebene Gebet, das fünfmal täglich mit festgelegten Bewegungen und Rezitationen verrichtet wird. Dua ist dagegen ein freies, persönliches Bittgebet, das jederzeit in eigenen Worten gesprochen werden kann.
Zu welchen Zeiten wird eine Dua besonders wahrscheinlich angenommen?
Die islamische Lehre hebt mehrere besonders günstige Zeiten hervor, darunter das letzte Drittel der Nacht, die Zeit zwischen Adhan und Iqamah sowie die Zeit des Fastens.
Muss eine Dua in einer bestimmten Sprache gesprochen werden?
Nein. Viele prophetische Bittgebete sind zwar auf Arabisch überliefert, doch Muslime können eine Dua in ihrer Muttersprache sprechen, denn Allah versteht jede Sprache.
Warum wird Dua als „Wesen des Gottesdienstes“ bezeichnet?
Weil eine Dua die Demut und das vollständige Vertrauen eines Gläubigen auf Allah statt auf sich selbst zum Ausdruck bringt. Darin liegt der Kern dessen, was Gottesdienst bedeutet.