Bedeutung

Hijab

حِجَاب

hijab · hih-jaab

Hijab bezeichnet die von vielen muslimischen Frauen befolgte Praxis sittsamer Kleidung und meist eine in der Öffentlichkeit getragene Kopfbedeckung. Sie gründet im umfassenderen islamischen Gebot der Sittsamkeit für Frauen und Männer.

Alternative Schreibweisen

Hijaab / Hejab / Hijav / Al-Hijab

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Was ist Hijab?

Das Wort Hijab stammt von der arabischen Wurzel ḥ-j-b und bedeutet verhüllen, abschirmen oder verbergen. In seiner frühesten Verwendung im Qur'an bezeichnete es eine räumliche Trennung oder einen Vorhang. Später wurde es zum Begriff für die umfassendere Praxis sittsamer Kleidung, deren sichtbarste Form die Kopfbedeckung ist, die viele muslimische Frauen in der Öffentlichkeit und in Gegenwart von Männern außerhalb des engsten Familienkreises tragen.

Theologisch ist der Hijab mit dem islamischen Wert der Sittsamkeit, Haya, verbunden. Qur'an und Hadith beschreiben sie als eine von Allah geliebte Eigenschaft und als Kennzeichen des Glaubens. Sie richtet sich nicht allein an Frauen: Auch Männer sollen ihren Blick senken und sich sittsam kleiden. Für Frauen ist der Hijab eine Ausprägung dieser umfassenden Ethik. Er soll die Grundlage des Umgangs von der äußeren Erscheinung hin zu Charakter, Verstand und Frömmigkeit verschieben.

Praktiken der Verschleierung gab es bereits vor dem Islam in vielen alten Zivilisationen. Die islamische Lehre gab ihnen eine eigene, in der Offenbarung statt allein in gesellschaftlicher Sitte verankerte Begründung. Im Lauf der Jahrhunderte erörterten Gelehrte verschiedener Rechtsschulen ausführlich, was sittsame Kleidung verlangt. Die sichtbare Form des Hijab unterschied sich je nach Region und Kultur erheblich, während das zugrunde liegende Prinzip gleich blieb.

Viele muslimische Frauen beschreiben das Tragen des Hijab spirituell als Ausdruck von Hingabe und Identität: als tägliche Erinnerung an ihre Beziehung zu Allah, die sie in jeden öffentlichen Raum begleitet. Statt ihn ausschließlich als Einschränkung zu erleben, erfahren sie ihn häufig als Quelle von Würde und Selbstdisziplin sowie als Schutz vor Objektifizierung.

Heute ist der Hijab zu einem sichtbaren Zeichen muslimischer Identität und zum Gegenstand gesellschaftlicher und politischer Debatten geworden – von persönlicher Freiheit über Regelungen am Arbeitsplatz bis zu Verboten im öffentlichen Raum verschiedener Länder. Für viele praktizierende Musliminnen bleibt die Entscheidung für den Hijab innerhalb dieser Debatten ein zutiefst persönlicher Glaubensakt.

Beispiele für Hijab

  • Ein Kopftuch tragen: Haare und Hals in der Öffentlichkeit zu bedecken, ist die sichtbarste und bekannteste Form des Hijab.
  • Weite, nicht freizügige Kleidung wählen: Kleidung, die die Körperform nicht betont, entspricht dem umfassenderen Grundgedanken des Hijab.
  • Den Blick senken: Frauen wie Männer sollen aufdringliches Anstarren vermeiden; auch das gehört zu der vom Hijab verkörperten Sittsamkeit.
  • Sittsam sprechen und handeln: Bescheidenheit und Zurückhaltung in Sprache und Auftreten erweitern die Hijab-Ethik über Kleidung hinaus.

Belege aus Qur'an & Hadith

„Und sag zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten, ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer dem, was davon sichtbar ist, und ihre Kopftücher über ihre Brüste ziehen.“ — Surah An-Nur 24:31

„O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihren Übergewändern über sich ziehen. So ist eher gewährleistet, dass sie erkannt und nicht belästigt werden.“ — Surah Al-Ahzab 33:59

Aisha (Allah möge mit ihr zufrieden sein) berichtete, dass Asma, die Tochter Abu Bakrs, in dünner Kleidung zum Gesandten Allahs ﷺ kam. Er wandte sich von ihr ab und sagte: „O Asma, wenn eine Frau das Alter der Menstruation erreicht, ziemt es sich nicht, dass von ihrem Körper mehr als dies und dies sichtbar ist“, und er zeigte auf Gesicht und Hände. — Sunan Abi Dawud 4104

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Hijab?

Hijab bedeutet auf Arabisch wörtlich „Bedeckung“ oder „Trennwand“. Meist ist damit das von muslimischen Frauen getragene Kopftuch gemeint; der Begriff umfasst jedoch auch Sittsamkeit in Kleidung und Verhalten.

Geht es beim Hijab nur um das Kopftuch?

Nein. Obwohl Hijab meist mit dem Kopftuch verbunden wird, umfasst das islamische Konzept einen umfassenden Maßstab für sittsame Kleidung und angemessenes Verhalten von Frauen und Männern, nicht nur ein einzelnes Kleidungsstück.

Ist das Tragen des Hijab im Islam verpflichtend?

Die Mehrheit der islamischen Gelehrten verschiedener Rechtsschulen hält den Hijab im Sinne sittsamer Kleidung einschließlich der Bedeckung des Haars auf Grundlage von Qurʾan-Versen und Hadithen für eine Pflicht muslimischer Frauen.

Gibt es auch für Männer eine Form des Hijab?

Ja. Der Islam verlangt auch von Männern Sittsamkeit, darunter das Senken des Blicks und eine angemessene Kleidung. Die konkreten Anforderungen unterscheiden sich jedoch von denen für Frauen.

Warum tragen manche muslimische Frauen keinen Hijab?

Die Praxis fällt je nach gelehrter Auslegung, persönlicher Situation, kulturellem Umfeld und religiöser Lebensführung unterschiedlich aus. Darin zeigt sich die Vielfalt der weltweiten muslimischen Gemeinschaft.