Bedeutung

Ibrahim (Abraham)

إِبْرَاهِيم

ibrahim · ib-rah-heem

Ibrahim (Friede sei mit ihm), auf Deutsch Abraham, ist der im Islam hochverehrte Stammvater und Prophet, der die Götzen seines Volkes zerstörte, unversehrt aus einem Feuer hervorging und aus Gehorsam gegenüber Allah bereit war, seinen Sohn zu opfern.

Alternative Schreibweisen

Abraham / Ibraheem / Ibrahiim / Ibrahim AS / Ibraaheem

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Wer ist Ibrahim (Abraham)?

Ibrahim, Friede sei mit ihm, auf Deutsch Abraham, ist eine der herausragenden Gestalten der islamischen Überlieferung. Sein unbeirrbarer Monotheismus und seine vollständige Hingabe an Allah brachten ihm den Titel Khalilullah, „enger Freund Allahs“, ein. Schon als junger Mann stellte er den Götzendienst seines Vaters und seines Volkes infrage. An Sonne, Mond und Sternen zeigte er mit vernünftigen Argumenten, dass allein ein ewiger, unveränderlicher Schöpfer Anbetung verdient – nicht erschaffene Dinge, die auf- und untergehen.

Der Konflikt spitzte sich zu, als Ibrahim die Götzen seines Volkes zerschlug, nur den größten stehen ließ und spöttisch vorschlug, man solle ihn nach dem Täter fragen. Wütend warfen ihn die Menschen in ein gewaltiges Feuer. Doch Allah befahl den Flammen, für ihn „Kühle und Sicherheit“ zu sein. Ibrahim blieb völlig unversehrt – eines der eindrücklichsten Wunder des Qur'an und ein bleibendes Sinnbild für Gottvertrauen inmitten von Verfolgung.

Die wohl tiefste Prüfung traf Ibrahim, als er in einer Vision den Auftrag sah, seinen geliebten Sohn zu opfern. Vater und Sohn fügten sich bereitwillig dem vermeintlichen Befehl Allahs. Als Ibrahim zur Tat schritt, griff Allah ein und ersetzte den Jungen durch einen Widder. Muslime gedenken dieses Augenblicks jährlich mit dem Opfer zum Eid al-Adha. Darin verdichtet sich Ibrahims Vermächtnis: die vollständige, unverzügliche Hingabe (islam) an Allahs Willen, selbst wenn alles auf dem Spiel steht.

Auch mit der Kaaba ist seine Geschichte untrennbar verbunden. Gemeinsam mit Ismaʿil errichtete er auf Allahs Weisung das Heiligtum in Mekka neu und bat darum, es möge künftigen Generationen als Ort des Gottesdienstes und der Versammlung dienen. Diese Bitte erfüllt sich bis heute bei der Hajj, wenn Millionen den Spuren Ibrahims, Hajars und Ismaʿils folgen. Als Stammvater zahlreicher Propheten wird Ibrahim auch im Judentum und Christentum als Vater des monotheistischen Glaubens verehrt, wenngleich sich Einzelheiten der Überlieferungen unterscheiden.

Als einer der Ulul Azm, der fünf Propheten von größter Entschlossenheit, lehrt Ibrahims Leben den Mut, überlieferte Irrtümer zu hinterfragen, in schwerster Prüfung auf Allah zu vertrauen und sich auch dann hinzugeben, wenn ein Gebot menschliches Verständnis übersteigt. Im abschließenden Sitzen jedes Gebets verbinden Muslime den Segenswunsch für Muhammad ﷺ mit dem für Ibrahim und seine Familie.

Schlüsselmomente in Ibrahims Geschichte

  • Den Götzendienst zurückweisen: Ibrahim fand durch Nachdenken zum Monotheismus und zerstörte die Götzen seines Volkes, um ihre Ohnmacht offenzulegen.
  • Das Feuer überleben: Wegen seines Widerstands in ein loderndes Feuer geworfen, blieb er durch Allahs Befehl unversehrt.
  • Das bereitwillige Opfer: Ibrahim und sein Sohn fügten sich dem göttlichen Opferbefehl, bis Allah den Sohn im letzten Augenblick durch einen Widder ersetzte.
  • Die Kaaba neu errichten: Ibrahim und Ismaʿil bauten die Fundamente der Kaaba auf und machten sie zu einer bleibenden Pilgerstätte.

Belege aus Qur'an & Hadith

„Wir sagten: ‚O Feuer, sei Kühlung und Sicherheit für Ibrahim.‘“ — Surah Al-Anbiya 21:69

„Und als Ibrahim die Grundmauern des Hauses errichtete, zusammen mit Ismaʿil [sagten sie]: ‚Unser Herr, nimm [es] von uns an. Du bist ja der Allhörende und Allwissende.‘“ — Surah Al-Baqarah 2:127

Der Prophet ﷺ sagte: „Ibrahim sprach nur bei drei Gelegenheiten eine Unwahrheit.“ — Sahih al-Bukhari 3358

Häufig gestellte Fragen

Wer ist Ibrahim (Abraham) im Islam?

Ibrahim, Friede sei mit ihm, gehört zu den am höchsten verehrten Propheten des Islam. Als Vater des Monotheismus wandte er sich gegen den Götzendienst, wurde von Allah aus dem Feuer gerettet und errichtete mit seinem Sohn Ismaʿil die Kaaba neu.

Warum heißt Ibrahim „Vater der Propheten“?

Viele spätere Propheten – darunter Ismaʿil, Ishaq, Yaʿqub, Musa, Isa und Muhammad ﷺ – gehören nach islamischem Verständnis zu seiner prophetischen Nachkommenschaft.

Was geschah mit Ibrahim im Feuer?

Nachdem Ibrahim die Götzen seines Volkes zerstört und ihren Kult offen herausgefordert hatte, warf man ihn in ein gewaltiges Feuer. Allah befahl dem Feuer jedoch, „kühl und sicher“ zu sein, sodass Ibrahim unversehrt blieb.

Wollte Ibrahim seinen Sohn wirklich opfern?

Ja. In einer Vision sah Ibrahim den Auftrag, seinen Sohn zu opfern. Vater und Sohn fügten sich Allahs Befehl, doch Allah ersetzte den Jungen im letzten Augenblick durch einen Widder. Es war eine Prüfung vollkommener Hingabe, nicht die Forderung nach einem tatsächlichen Menschenopfer.

Welche Verbindung hat Ibrahim zur Kaaba?

Ibrahim errichtete gemeinsam mit seinem Sohn Ismaʿil auf Allahs Befehl die Kaaba in Mekka neu. Während der Hajj erinnern Muslime bis heute an Begebenheiten aus der Geschichte seiner Familie.