Bedeutung

Iman

إِيمَان

iman · ee-mahn

Iman ist der arabische Begriff für Glauben im Islam und bezeichnet die innere Überzeugung von Allah, Seinen Engeln, Büchern und Gesandten, dem Jüngsten Tag und der göttlichen Vorherbestimmung.

Alternative Schreibweisen

Eeman / Imaan / Eman / Iman

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Was ist Iman?

Iman geht auf die arabische Wurzel ʾ-m-n zurück, die Sicherheit, Vertrauen und festen Glauben ausdrückt. Auch „amin“, vertrauenswürdig, stammt von ihr. Theologisch bezeichnet Iman den inneren Glauben und die Überzeugung, auf denen die Beziehung eines Muslims zu Allah beruht; er unterscheidet aufrichtigen Glauben von bloßer äußerer Anpassung.

Iman wird meist durch sechs Grundlagen definiert: den Glauben an Allah, Seine Engel, Seine offenbarten Schriften, Seine Gesandten, den Tag des Gerichts und die göttliche Vorherbestimmung (Qadar). Der Prophet Muhammad ﷺ nannte diese sechs Inhalte im bekannten Hadith von Jibril. Darin befragte der Engel Jibril ihn vor seinen Gefährten und vermittelte so die Grundlagen der Religion in klarer, einprägsamer Form.

Historisch führten Fragen nach der Natur des Iman zu bedeutenden theologischen Debatten: Kann er wachsen und schwinden? Verlangt er neben Überzeugung auch Taten? Wie verhält er sich zur Sünde? Diese Diskussionen prägten die Aqidah als eigenständiges Fach. Die maßgebliche sunnitische Theologie lehrt im Allgemeinen, dass die Stärke des Iman je nach Gehorsam und Gottesbewusstsein schwankt.

Spirituell ist Iman die Wurzel, aus der Gottesdienst und guter Charakter wachsen. Regelmäßiges Gebet, Qur'an-Rezitation, Gedenken Allahs und Nachdenken nähren ihn; Achtlosigkeit, Sünde und die Entfernung von rechtschaffener Gemeinschaft schwächen ihn. Viele Gelehrte vergleichen Iman mit einem lebendigen Samen, der fortwährende Pflege braucht.

Im Alltag prägt Iman, wie ein Muslim Not, Erfolg und Ungewissheit deutet, und begründet Vertrauen in Allahs Weisheit und Plan. Muslime stärken ihren Iman bewusst durch Unterrichtskreise, gemeinschaftlichen Gottesdienst und achtsame tägliche Praxis – im Wissen, dass Glaube gepflegt werden muss und nicht selbstverständlich ist.

Beispiele für Iman

  • An das Verborgene glauben: Auf Allah, die Engel und den Tag des Gerichts ohne unmittelbaren sinnlichen Beweis zu vertrauen, ist ein Kernausdruck des Iman.
  • In Not auf Allah vertrauen: Glaube und Geduld in schwierigen Umständen zu bewahren, zeigt starken Iman.
  • Alle Propheten anerkennen: Der Glaube an die von Allah gesandten Propheten von Adam bis Muhammad ﷺ gehört zum Iman.
  • Den Glauben durch Gottesdienst stärken: Gebet, Qur'an-Lektüre und Gedenken Allahs gelten als Wege, den eigenen Iman zu mehren.

Belege aus Qur'an & Hadith

„Die Gläubigen sind ja diejenigen, deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allah erwähnt wird, und die es in ihrem Glauben (Iman) mehrt, wenn ihnen Seine Zeichen verlesen werden, und die sich auf ihren Herrn verlassen.“ — Surah Al-Anfal 8:2

„Die Beduinen sagen: ‚Wir glauben.‘ Sag: Ihr glaubt nicht, sondern sagt: ‚Wir haben uns ergeben‘, denn der Glaube ist noch nicht in eure Herzen eingezogen.“ — Surah Al-Hujurat 49:14

Als der Gesandte Allahs ﷺ nach Iman gefragt wurde, sagte er: „Dass du an Allah, Seine Engel, Seine Bücher, Seine Gesandten, den Jüngsten Tag und an die göttliche Bestimmung glaubst, an ihr Gutes wie an ihr Schlechtes.“ — Sahih Muslim 8

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Iman im Islam?

Iman bedeutet Glaube. Gemeint ist die innere, von Herzen getragene Überzeugung von den grundlegenden islamischen Glaubensinhalten – im Unterschied zur äußeren Praxis des Islam.

Was sind die sechs Glaubensinhalte des Iman?

Es sind der Glaube an Allah, Seine Engel, Seine offenbarten Bücher, Seine Gesandten, den Tag des Gerichts und die göttliche Vorherbestimmung (Qadar) in ihrem Guten und Schlechten.

Wie unterscheidet sich Iman von Islam?

Islam bezeichnet die in den fünf Säulen sichtbare äußere Hingabe. Iman ist die innere Überzeugung, die diesen Handlungen Bedeutung und Aufrichtigkeit verleiht.

Kann Iman zu- oder abnehmen?

Ja. Viele Gelehrte lehren, dass Gottesdienst, Wissen und gute Taten den Iman stärken, während Nachlässigkeit und Sünde ihn schwächen. Glaube ist demnach dynamisch, nicht unveränderlich.

Ist Iman nur Glaube oder gehört auch Handeln dazu?

Im Mittelpunkt steht die innere Überzeugung. Die maßgebliche islamische Theologie lehrt jedoch, dass wahrer Glaube sich natürlicherweise in aufrichtigem Handeln zeigt, weil echte Überzeugung die Lebensführung prägt.