Bedeutung

Iqamah

إِقَامَة

iqamah · ee-kaa-mah

Die Iqamah ist der zweite islamische Gebetsruf. Sie wird unmittelbar vor Beginn des Gemeinschaftsgebets gesprochen und fordert die Betenden auf, sich zu erheben und in Reihen aufzustellen.

Alternative Schreibweisen

Iqama / Iqaamah / Ikamah / Iqaama

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Was ist Iqamah?

Iqamah stammt von der arabischen Wurzel q-w-m, die stehen, sich erheben oder errichten bedeutet. Dieselbe Wurzel findet sich im qur'anischen Gebot aqimu as-salah, „verrichtet das Gebet“. Als Fachbegriff des islamischen Gottesdienstes ist die Iqamah der zweite Gebetsruf unmittelbar vor dem gemeinschaftlichen Salah. Sie fordert die Betenden auf, sich zu erheben und geordnet hinter dem Imam aufzustellen.

Theologisch spiegelt die Iqamah den hohen Stellenwert von Ordnung, Bereitschaft und gemeinsamem Gottesdienst im Islam. Der frühere Adhan informiert die weitere Gemeinschaft über den Beginn einer Gebetszeit. Die Iqamah richtet sich dagegen unmittelbar an die bereits Versammelten: Nun sollen sie gemeinsam in einheitlichen Reihen stehen und ohne Verzögerung mit dem Gebet beginnen.

Historisch wurden Adhan und Iqamah in den ersten Jahren der muslimischen Gemeinschaft in Medina eingeführt. Die Gefährten des Propheten ﷺ berieten verschiedene Möglichkeiten, die Menschen zum Gebet zu rufen – etwa Glocke, Horn oder Feuer. Schließlich entschied man sich für die menschliche Stimme. Ein Gefährte hatte den Wortlaut von Adhan und Iqamah im Traum gesehen; die Offenbarung bestätigte ihn.

Spirituell bildet die Iqamah einen Übergang: Sie lenkt die Aufmerksamkeit von weltlichen Ablenkungen zur konzentrierten Gegenwart vor Allah. Ihre kurzen, rhythmischen Sätze schaffen gemeinsame Erwartung und Einheit, während die Gemeinde Schulter an Schulter steht und damit Gleichheit und Zusammengehörigkeit im Gemeinschaftsgebet verkörpert.

In heutigen Moscheen wird die Iqamah weltweit vor jedem Gemeinschaftsgebet gesprochen – durch einen Muezzin, den Imam selbst oder in kleineren Gebetsräumen gelegentlich durch eine Aufnahme. So bleibt eine Praxis erhalten, die seit den frühesten Tagen des Islam weitgehend unverändert ist.

Beispiele für Iqamah

  • Den Gebetsbeginn anzeigen: Unmittelbar vor dem Salah fordert die Iqamah die Gemeinde auf, aufzustehen und sich auszurichten.
  • Die Reihen begradigen: Beim Hören der Iqamah ordnen sich die Betenden in geraden Reihen Schulter an Schulter.
  • Auf den Adhan folgen: Meist erklingt sie einige Minuten nach dem Adhan, sobald sich die Gemeinde versammelt hat.
  • Kürzer und schneller sprechen: Anders als der melodischere Adhan wird die Iqamah gewöhnlich zügig und ohne langes Dehnen der Worte vorgetragen.

Belege aus Qur'an & Hadith

„Das Gebet ist den Gläubigen zu bestimmten Zeiten vorgeschrieben.“ — Surah An-Nisa 4:103

„O die ihr glaubt, wenn am Freitag zum Gebet gerufen wird, dann eilt zu Allahs Gedenken und lasst das Kaufgeschäft.“ — Surah Al-Jumu'ah 62:9

Abdullah ibn Zayd sagte: „Ich sah im Schlaf einen Mann in zwei grünen Gewändern, der eine Glocke trug. Ich ging zu ihm, um sie ihm abzukaufen … Dann lehrte er ihn den Wortlaut des Adhan und nach einer Pause den Wortlaut der Iqamah.“ — Sunan Abi Dawud 499

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Iqamah im Islam?

Die Iqamah ist der zweite Gebetsruf. Sie wird unmittelbar vor dem gemeinschaftlichen Salah gesprochen und signalisiert den Betenden, aufzustehen und gerade Reihen zu bilden.

Wie unterscheidet sich die Iqamah vom Adhan?

Der Adhan ist der erste Gebetsruf und macht die Gemeinschaft bereits vor dem Gebet auf die eingetretene Gebetszeit aufmerksam. Die Iqamah ist kürzer und erklingt direkt vor Gebetsbeginn.

Wer spricht die Iqamah?

Meist spricht sie der Muezzin oder eine andere dafür bestimmte Person in der Moschee, kurz bevor der Imam vortritt und das Gemeinschaftsgebet leitet.

Ist die Iqamah verpflichtend?

Die meisten Gelehrten betrachten sie als nachdrücklich empfohlene Praxis des Gemeinschaftsgebets. In manchen Rechtsschulen wird ihre rechtliche Bedeutung etwas geringer gewichtet als die des Adhan.

Was enthält der Wortlaut der Iqamah?

Er entspricht weitgehend dem Adhan, wird aber schneller gesprochen und enthält zusätzlich „Qad qamatis salah“ – „das Gebet hat nun begonnen“ – als unmittelbares Startsignal.