Bedeutung
Juz
جُزْء
juz · juz (rhymes with 'buzz')
Ein Juz ist einer von dreißig annähernd gleich großen Teilen, in die der Koran eingeteilt ist. Diese von Gelehrten eingeführte Einteilung hilft Muslimen, den gesamten Koran systematisch zu lesen, zu rezitieren und auswendig zu lernen, besonders im Ramadan.
Alternative Schreibweisen
Juz' / Juzu' / Para / Juzz
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Was ist ein Juz?
Juz stammt von der arabischen Wurzel j-z-ʾ und bedeutet Teil, Anteil oder Abschnitt eines Ganzen. Anders als eine Sure, die ein eigenständiges Kapitel bildet, ist ein Juz eine rein nach Länge bestimmte Einheit. Frühe Gelehrte teilten die rund 6.000 Verse des Korans ohne Rücksicht auf Anfang und Ende der Suren in dreißig ungefähr gleich große Abschnitte ein. Deshalb beginnen oder enden viele Juz mitten in einer Sure.
Diese Einteilung erfüllt in islamischer Gelehrsamkeit und Gottesdienst einen klaren praktischen Zweck: Der Koran lässt sich dadurch innerhalb eines festgelegten Zeitraums rezitieren oder vollständig lesen. Die Struktur aus dreißig Juz passt zu einem Monat mit dreißig Tagen und ist daher besonders im Ramadan verbreitet. Viele Muslime möchten in diesem Monat eine vollständige Lesung (khatm) des Korans vollenden, indem sie täglich einen Juz rezitieren — häufig im Rahmen der nächtlichen Tarawih-Gebete.
Jeder Juz wird weiter in zwei Hizb unterteilt, jeder Hizb wiederum in vier Rubʿ (Viertel). Rezitierende und Auswendiglernende erhalten dadurch feinere Orientierungspunkte, um ihren Fortschritt zu verfolgen. In gedruckten Mushafs (Koranausgaben) sind diese Einteilungen am Rand gekennzeichnet, sodass Leser auf einen Blick erkennen können, an welcher Stelle der Dreißigteilung sie sich befinden.
Auch außerhalb des Ramadan unterstützt das Juz-System Programme zum Auswendiglernen (hifz), gemeinsame Koranlesekreise und persönliche Rezitationsziele während des ganzen Jahres. Dank der einheitlichen Struktur können Gemeinschaften weltweit gemeinsame Lesungen koordinieren, bei denen alle Beteiligten zusammen den gesamten Koran als gemeinschaftlichen Gottesdienst vollenden.
Beispiele für Juz
- Während des Ramadan: Eine Moschee rezitiert jeden Abend im Tarawih-Gebet einen Juz und vollendet bis zum Monatsende den gesamten Koran.
- Im Unterricht zum Auswendiglernen: Ein Schüler setzt sich auf seinem Hifz-Weg das Ziel, alle zwei Monate einen Juz auswendig zu lernen.
- Markierungen im gedruckten Mushaf: Eine Leserin schlägt den gekennzeichneten Anfang von Juz 10 auf, um ihre tägliche Rezitation fortzusetzen.
- Gemeinsamer Khatm: Dreißig Mitglieder einer Gemeinschaft rezitieren jeweils einen anderen Juz und vollenden dadurch gemeinsam an einem einzigen Tag den gesamten Koran.
Belegstellen in Koran und Hadith
„Und einen Koran haben Wir in Abschnitten offenbart, damit du ihn den Menschen über längere Zeit vorträgst.“ — Sure Al-Isra 17:106
Der Prophet ﷺ wies einen Gefährten an, seine Rezitation des Korans innerhalb eines Monats zu vollenden und nicht in weniger Tagen. — Sahih al-Bukhari 5052
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Juz?
Juz bedeutet auf Arabisch „Teil“ oder „Abschnitt“. Gemeint ist einer der dreißig annähernd gleich langen Teile des Korans, die das Lesen und Auswendiglernen strukturieren.
Warum ist der Koran in 30 Teile gegliedert?
Durch die Einteilung in 30 Teile lässt sich der gesamte Koran innerhalb eines Monats lesen oder rezitieren — ein Juz pro Tag. Das ist besonders während der 30 Tage des Ramadan üblich.
Ist ein Juz dasselbe wie eine Sure?
Nein. Eine Sure ist ein Kapitel mit eigenem Namen und Thema, ein Juz hingegen eine rein nach Länge bestimmte Einheit. Ein einzelner Juz kann sich über Teile von zwei oder mehr Suren erstrecken.
Wie wird ein Juz weiter unterteilt?
Jeder Juz besteht aus zwei Hizb, jeder Hizb wiederum aus vier Rubʿ (Vierteln). Diese kleineren, genauen Markierungen helfen Rezitierenden, ihren Fortschritt zu verfolgen.
Was bedeutet „Para“?
Para ist die in südasiatischen Sprachen wie Urdu, Hindi und Bengali gebräuchliche Bezeichnung für einen Juz und meint dieselbe Dreißigteilung des Korans.