Bedeutung

Makruh

مَكْرُوه

makruh · mak-rooh

Makruh bezeichnet im islamischen Recht eine missbilligte oder unerwünschte Handlung: Sie ist nicht sündhaft, sollte aber besser unterlassen werden, und ihr Verzicht wird belohnt.

Alternative Schreibweisen

Makruh / Makrooh / Makroh / Macruh / Makrouh

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Was ist Makruh?

Makruh stammt von der arabischen Wurzel k-r-h mit der Bedeutung „nicht mögen“ oder „als unangenehm empfinden“. In der islamischen Rechtswissenschaft bezeichnet es eine der fünf Kategorien menschlicher Handlungen: Eine Handlung ist nach der Sharia missbilligt und unerwünscht, ohne ausdrücklich verboten zu sein. Sie zu begehen ist keine Sünde, ihr Verzicht aber verdienstvoll. In der fünfstufigen Ordnung – Fard/Wajib, Mustahab, Mubah, Makruh und Haram – steht Makruh damit zwischen Mubah und Haram.

Das Konzept besteht, weil das islamische Recht verschiedene Grade des Unerwünschten unterhalb eines ausdrücklichen Verbots anerkennt. Manche Handlungen sind eindeutig schädlich oder sündhaft und gelten als Haram. Andere sind lediglich unklug, für das gemeinschaftliche Miteinander ungünstig oder mit gutem Benehmen unvereinbar; sie werden als Makruh eingeordnet. So kann das Recht zum Besseren anleiten, ohne jede Verhaltensfrage zum strikten Verbot zu erheben.

Die hanafitische Schule gliedert diese Kategorie am genauesten. Sie unterscheidet makruh tahrimi, eine so stark missbilligte Handlung, dass sie an ein Verbot grenzt und auf einem nur knapp unter eindeutiger Beweiskraft liegenden Beleg beruht, von makruh tanzihi, einer milderen Missbilligung im Sinne des weniger Vorzugswürdigen. Maliki, Shafi'i und Hanbali ziehen diese scharfe Zweiteilung meist nicht, kennen in ihrer Argumentation jedoch ebenfalls Abstufungen der Missbilligung.

Praktisch betreffen makruh Handlungen häufig Benehmen, Sauberkeit und Rücksicht statt grundlegender Gottesdienste oder Verbote. Beispiele sind übermäßiger Wasserverbrauch bei der Gebetswaschung trotz reichlicher Quelle, Gebet bei starkem Hunger oder dringendem Toilettenbedürfnis sowie schroffe Sprache, die noch keine eindeutige Sünde darstellt. Das Wissen um Makruh hilft Muslimen, ihr Verhalten über das bloße Meiden von Haram hinaus zu verfeinern.

Gelehrte betonen, dass die Gewöhnung an makruh Handlungen, obwohl sie selbst nicht sündhaft sind, einen Menschen allmählich abstumpfen und den Übergang zu wirklich Verbotenem erleichtern kann. Ihr achtsames Meiden gilt deshalb als Zeichen von Taqwa, das über die rechtliche Mindestanforderung hinausgeht.

Beispiele für Makruh

  • Knoblauch oder Zwiebeln vor der Moschee: Wegen des starken Geruchs wird aus Rücksicht auf andere davon abgeraten, danach am Gemeinschaftsgebet teilzunehmen.
  • Übermäßiges Fragen nach dem Verborgenen: Hartnäckiges Nachforschen in Angelegenheiten, die besser Allahs Wissen überlassen bleiben, gilt in vielen gelehrten Erörterungen als Makruh.
  • Gebet bei starkem Hunger oder Toilettenbedarf: Salah unter körperlicher Ablenkung zu verrichten ist missbilligt, weil die Sammlung im Gottesdienst leidet.
  • Wasserverschwendung bei der Waschung: Übermäßiger Wasserverbrauch beim Wudu gilt selbst an einer reichlichen Quelle wie einem fließenden Fluss als Makruh.

Belege in Qur'an & Hadith

„O Kinder Adams, legt bei jeder Moschee euren Schmuck an und esst und trinkt, aber seid nicht maßlos. Gewiss, Er liebt die Maßlosen nicht.“ — Surah Al-A'raf 7:31

Der Prophet ﷺ sagte: „Wer Knoblauch oder Zwiebeln isst, soll sich von unserer Moschee fernhalten.“ — Sahih al-Bukhari 853

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Makruh?

Makruh bedeutet missbilligt oder unerwünscht. Der Begriff beschreibt eine Handlung, die das islamische Recht nicht ausdrücklich verbietet, aber negativ beurteilt und zu deren Vermeidung es anhält.

Ist es eine Sünde, etwas Makruh zu tun?

Nein. Eine makruh Handlung zu begehen ist nicht sündhaft, ihr Verzicht wird jedoch belohnt. Wer sich regelmäßig auf missbilligte Handlungen einlässt, kann sich dadurch dem Haram annähern.

Wie unterscheidet sich Makruh zwischen den Madhabs?

Die hanafitische Schule unterteilt Makruh in _makruh tahrimi_ (stark missbilligt und nahe am Verbot) sowie _makruh tanzihi_ (leicht missbilligt). Maliki, Shafi'i und Hanbali verwenden im Allgemeinen eine einzige, weiter gefasste Kategorie.

Wo steht Makruh in den fünf Kategorien rechtlicher Bewertungen?

Makruh steht zwischen Mubah (neutral) und Haram (verboten) in der fünfstufigen Ordnung: Fard/Wajib, Mustahab, Mubah, Makruh und Haram.

Was ist ein Beispiel für Makruh?

Rohe Zwiebeln oder Knoblauch vor einem Gemeinschaftsgebet zu essen ist ein klassisches Beispiel, denn der Prophet ﷺ riet davon ab, mit einem starken, andere störenden Geruch in die Moschee zu kommen.