Bedeutung

Safar

صَفَر

safar · sah-far

Safar ist der zweite Monat des islamischen Mondkalenders. Historisch wurde er zu Unrecht als Unglücksmonat angesehen – ein Aberglaube, den der Islam entschieden zurückwies.

Alternative Schreibweisen

Safar / Saffar / Safr / Sufar / Safar-ul-Muzaffar

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Was ist Safar?

Safar ist der zweite Monat des Hidschri-Kalenders und folgt auf Muharram. Er besitzt nicht die besondere Heiligkeit der vier heiligen Monate, nimmt aber wegen des einst mit ihm verbundenen Aberglaubens und dessen Zurückweisung durch den Propheten ﷺ einen besonderen Platz in der islamischen Geschichte ein.

Sprachlich wird „Safar“ vermutlich vom arabischen Wort für „leer“ (ṣifr) abgeleitet. Möglicherweise blieb in vorislamischer Zeit das Zuhause vieler Araber leer, weil sie in diesem Monat zu Beutezügen oder auf Reisen aufbrachen. Eine andere Erklärung lautet, dass ihre Lebensmittelvorräte nach dem vorausgehenden heiligen Ruhemonat knapp wurden. Wieder andere Deutungen bringen den Namen mit dem Vergilben (iṣfirar) der Pflanzen zu dieser Jahreszeit in Verbindung.

In vorislamischer Zeit hielten Araber Safar für einen unheilvollen Monat und verbanden ihn mit Unglück und Krankheit – ähnlich wie in manchen Kulturen heute bestimmte Tage oder Zahlen mit Argwohn betrachtet werden. Dieser Aberglaube war so weit verbreitet, dass er gesellschaftliche Gepflogenheiten prägte und Hochzeiten oder Reisen im Safar mitunter aufgeschoben wurden.

Der Islam griff diesen Aberglauben unmittelbar auf und wies ihn zurück. Der Prophet Muhammad ﷺ lehrte, dass weder einem Tag noch einem Monat oder einem Tier von sich aus Unglück innewohnt und dass alle Monate gleichermaßen Allahs Bestimmung unterliegen. Diese Lehre befreite Muslime von schicksalsergebenen Ängsten und lenkte ihr Vertrauen weg von Vorzeichen und hin zu Allahs Willen (Qadar).

Für Safar sind keine besonderen gottesdienstlichen Handlungen vorgeschrieben. Seine wichtigste Lehre liegt vielmehr darin, auf Allah zu vertrauen, Aberglauben zu meiden und jeden Monat des Jahres – auch Safar – als gleichwertige Gelegenheit für gute Taten und aufrichtigen Gottesdienst zu betrachten.

Bedeutung des Safar

  • Zweiter Monat des Hidschri-Kalenders: Safar folgt im zwölfmonatigen islamischen Mondjahr auf Muharram.
  • Ein Name mit der Bedeutung „Leere“: Der Monatsname verweist wahrscheinlich auf die vorislamische Sitte, Häuser während Reisen oder Beutezügen leer zurückzulassen.
  • Einst zu Unrecht als unheilvoll angesehen: Vorislamische Araber verbanden Safar abergläubisch mit Unglück – eine Vorstellung, die der Islam ausdrücklich zurückwies.
  • Eine Lehre im Vertrauen auf Allah: Safar erinnert Muslime daran, dass kein Tag und kein Monat von sich aus Unglück bringt, sondern nur geschieht, was Allah bestimmt.

Belege aus Koran & Hadith

Der Prophet ﷺ sagte: „Es gibt keine ʿAdwa (keine Krankheit ist ohne Allahs Erlaubnis ansteckend), kein böses Vorzeichen durch Vögel, kein Unheilsomen im Safar und keinen Grund für die Furcht vor der Eule.“ — Sahih Muslim 2220

„Sprich: ‚Uns wird nur treffen, was Allah für uns bestimmt hat. Er ist unser Beschützer.‘ Und auf Allah sollen die Gläubigen vertrauen.“ — Sure At-Tawbah 9:51

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet der Name Safar?

Safar leitet sich wahrscheinlich von einem arabischen Wort für „leer“ ab. Dies könnte sich auf Häuser beziehen, die während Reisen leer standen, oder auf die zu dieser Jahreszeit zur Neige gehenden Lebensmittelvorräte.

Ist Safar im Islam ein Unglücksmonat?

Nein. Vorislamische Araber betrachteten Safar zwar abergläubisch als unheilvoll, doch der Islam wies diese Vorstellung ausdrücklich zurück und lehrt, dass kein Monat von sich aus Unglück bringt.

Gibt es besondere gottesdienstliche Handlungen im Safar?

Für Safar sind keine besonderen gottesdienstlichen Handlungen vorgeschrieben. Rechtschaffene Taten werden in ihm ebenso verrichtet wie in jedem anderen Monat.

Gehört Safar zu den vier heiligen Monaten?

Nein. Die vier heiligen Monate sind Muharram, Rajab, Dhul-Qi’dah und Dhul-Hijjah; Safar gehört nicht dazu.

Warum mieden manche Menschen Hochzeiten oder Reisen im Safar?

Dies beruhte auf dem vorislamischen Aberglauben, Safar sei ein Unglücksmonat. Der Prophet ﷺ korrigierte diese Vorstellung und bekräftigte, dass kein Monat ein böses Omen in sich trägt.