Bedeutung

Sujood

سُجُود

sujud · soo-jood

Sujood ist die Niederwerfung im islamischen Gebet, bei der Stirn, Nase, Handflächen, Knie und Zehen den Boden berühren – der tiefste körperliche Ausdruck von Hingabe und Demut vor Allah.

Alternative Schreibweisen

Sujood / Sujud / Sajdah / Sajda / Sujoud

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Was ist Sujood?

Sujood leitet sich von der arabischen Wurzel s-j-d ab und bedeutet, sich niederzubeugen, sich zu ergeben oder sich demütig herabzusenken. Anders als eine gewöhnliche Verbeugung bezeichnet Sujood in der islamischen Praxis ausdrücklich die vollständige Niederwerfung: Der höchste Punkt des Körpers – die Stirn – wird bewusst bis zur Erde gesenkt und versinnbildlicht so die vollkommene Hingabe an den Schöpfer.

Theologisch stellt Sujood die vollständigste körperliche Haltung der Unterwerfung dar, die ein Mensch einnehmen kann. Nach islamischer Lehre ist die Niederwerfung ausschließlich Allah vorbehalten; sich auf diese Weise vor einem Geschöpf niederzuwerfen, ist verboten. Damit bekräftigt selbst die Körperbewegung den Tawhid. Das äußerliche Herabsenken entspricht einem inneren Zustand der Demut und völligen Abhängigkeit von Allah.

Als Andachtshandlung gab es die Niederwerfung bereits vor dem Islam; der Koran berichtet von ihr bei früheren Propheten. Innerhalb der fünf täglichen Gebete, wie sie dem Propheten Muhammad ﷺ offenbart wurden, erhielt sie ihre genaue Form und Ordnung. Die frühen Muslime warfen sich außerdem spontan nieder, wenn sie gute Nachrichten erhielten oder bestimmte Niederwerfungsverse des Korans hörten. Gelehrte fassten diese Praxis später als Sajdah al-Tilawah in feste Regeln.

Hadithe beschreiben den Sujood als den Augenblick größter Nähe zwischen einem Diener und Allah. Daher eignet er sich besonders für aufrichtige persönliche Bittgebete, die über die feststehenden Gebetsworte hinausgehen. Viele Betende erleben in dieser Haltung besonderen Frieden und Erleichterung, weil weltliche Sorgen vorübergehend einer unmittelbaren Ausrichtung auf Allah weichen.

Bis heute ist Sujood ein sichtbares, verbindendes Merkmal muslimischer Anbetung, das über Kulturen und Kontinente hinweg auf gleiche Weise vollzogen wird. Neben den Pflichtgebeten praktizieren viele Muslime eine Niederwerfung aus Dankbarkeit, wenn sie gute Nachrichten oder Erleichterung in einer Notlage erfahren. So bleibt die geistliche Gewohnheit, sich vor Allah zu demütigen, in den Alltag eingebettet.

Beispiele für Sujood

  • In den fünf täglichen Gebeten: Sujood zweimal in jeder Rak‘ah als verpflichtenden Bestandteil der Salah vollziehen.
  • Sajdah al-Shukr: Sich aus Dankbarkeit spontan niederwerfen, wenn man unerwartet eine gute Nachricht oder Erleichterung erhält.
  • Sajdah al-Tilawah: Sich beim Rezitieren oder Hören eines bestimmten Koranverses niederwerfen, der die Niederwerfung erwähnt.
  • Ausführliches Bittgebet: Die Augenblicke im Sujood für persönliche, innige Dua nutzen, da der Betende Allah in dieser Haltung am nächsten ist.

Belege aus Koran & Hadith

„... und wirf dich nieder und nähere dich [Allah].“ — Surah Al-Alaq 96:19

„... du siehst sie sich verbeugen und niederwerfen [im Gebet], während sie nach Huld von Allah und Wohlgefallen trachten.“ — Surah Al-Fath 48:29

Der Prophet ﷺ sagte: „Am nächsten ist der Diener seinem Herrn, wenn er sich niederwirft; so sprecht dabei vermehrt Bittgebete.“ — Sahih Muslim 482

Häufig gestellte Fragen

Was ist Sujood im Islam?

Sujood ist die Niederwerfung im rituellen Gebet (Salah), bei der Stirn, Nase, Handflächen, Knie und Zehen den Boden berühren.

Wie oft vollziehen Muslime täglich den Sujood?

Muslime werfen sich in jeder Rak‘ah des Gebets zweimal nieder; allein in den fünf verpflichtenden täglichen Gebeten ergeben sich somit Dutzende Niederwerfungen.

Was sagen Muslime während des Sujood?

Ein häufig im Sujood gesprochenes Bittgebet lautet „Subhana Rabbiyal A‘la“, was „Gepriesen sei mein Herr, der Allerhöchste“ bedeutet.

Warum gilt der Sujood als die größte Nähe zu Allah?

Ein bekannter Hadith besagt, dass der Diener seinem Herrn während der Niederwerfung am nächsten ist. Deshalb ist der Sujood besonders für innige Bittgebete empfohlen.

Kann Sujood außerhalb des Gebets vollzogen werden?

Ja. Beispiele sind Sajdah al-Shukr, die Niederwerfung aus Dankbarkeit für eine gute Nachricht, und Sajdah al-Tilawah, die beim Rezitieren oder Hören bestimmter Koranverse vollzogen wird.