Bedeutung

Tarawih

تَرَاوِيح

tarawih · ta-ra-weeh

Tarawih ist das besondere gemeinschaftliche Nachtgebet im Ramadan, das gewöhnlich nach dem Isha-Gebet verrichtet wird und bei dem oft längere Abschnitte des Korans rezitiert werden.

Alternative Schreibweisen

Tarawih / Taraweeh / Tarawee / Taraweh / Tarawih Prayer

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Was ist Tarawih?

Tarawih geht auf die arabische Wortwurzel r-w-h zurück, die mit Ruhe oder dem Einlegen einer Pause verbunden ist. Traditionell ruhten die Betenden zwischen jeweils vier Rakah kurz. Mit der Zeit bezeichnete der Begriff das gesamte Nachtgebet, das eigens im Ramadan verrichtet wird, und unterschied es damit von den gewöhnlichen freiwilligen Nachtgebeten während des übrigen Jahres.

Theologisch spiegelt Tarawih die gesteigerte Hingabe wider, die den Ramadan prägt – einen Monat, der bereits durch Fasten, vermehrte Wohltätigkeit und Koranrezitation ausgezeichnet ist. Obwohl es nicht verpflichtend ist, besitzt das Tarawih als gemeinschaftliche Form des Gottesdienstes einen besonderen Rang und wird von vielen Gelehrten nachdrücklich empfohlen. Es steht in enger Verbindung zum umfassenderen Konzept des Qiyam al-Layl, des nächtlichen Stehens im Gebet.

Historisch verrichtete der Prophet ﷺ dieses Nachtgebet allein und gelegentlich mit einer kleinen Gruppe von Gefährten. Er hörte jedoch auf, es regelmäßig gemeinschaftlich zu leiten, weil er befürchtete, es könne irrtümlich als verpflichtend angesehen werden. Während des Kalifats von Umar ibn al-Khattab wurde es später als regelmäßige Gemeinschaftspraxis geordnet. Daraus entstand weitgehend jene Tradition, die heute in Moscheen weltweit bekannt ist.

Spirituell bietet Tarawih den Gläubigen ein intensives Erleben des Korans. Viele Moscheen teilen die nächtliche Rezitation so ein, dass bis zum Ende des Ramadan der gesamte Text abgeschlossen wird. Das lange Zuhören und Stehen im Gebet fördert Demut, Geduld und eine tiefere Verbindung zu den rezitierten göttlichen Worten.

In der heutigen Praxis zieht Tarawih während des gesamten Ramadan große Gemeinden in die Moscheen. Viele Muslime bemühen sich besonders um die nächtliche Teilnahme und steigern in den letzten zehn Nächten ihre Hingabe und die Länge ihrer Gebete, um Laylat al-Qadr, die Nacht der Bestimmung, zu suchen.

Beispiele für Tarawih

  • Nächtlicher Moscheebesuch: Sich in jeder Nacht des Ramadan nach dem Isha-Gebet zum Tarawih in der Gemeinschaft versammeln.
  • Den Koran vollständig rezitieren: Viele Moscheen teilen die Tarawih-Rezitation so ein, dass bis zum Ende des Ramadan der gesamte Koran abgeschlossen wird.
  • Abschluss mit Witr: Das Tarawih-Gebet wie üblich mit dem Witr-Gebet beenden.
  • Laylat al-Qadr suchen: In den letzten zehn Nächten des Ramadan Hingabe und Gebetsdauer beim Tarawih steigern.

Belege aus Koran & Hadith

„So lest vom Koran, was euch leichtfällt …“ — Sure Al-Muzzammil 73:20

„Ist etwa einer, der sich zu Nachtzeiten in demütiger Andacht befindet, sich niederwirft und im Gebet steht, sich vor dem Jenseits vorsieht und auf die Barmherzigkeit seines Herrn hofft, einem anderen gleich? …“ — Sure Az-Zumar 39:9

Der Prophet ﷺ sagte: „Wer im Ramadan aus Glauben und in Hoffnung auf Belohnung im Gebet steht, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben.“ — Sahih al-Bukhari 37

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Tarawih-Gebet?

Tarawih ist ein besonderes freiwilliges Nachtgebet in den Nächten des Ramadan, das gewöhnlich nach dem Isha-Gebet gemeinschaftlich verrichtet wird.

Ist Tarawih verpflichtend?

Nein. Tarawih ist nicht verpflichtend, sondern ein nachdrücklich empfohlenes Sunnah-Gebet, das während des gesamten Ramadan verrichtet wird.

Wie viele Rakah werden im Tarawih gebetet?

Je nach Tradition und Gemeinschaft sind acht oder zwanzig Rakah üblich; in der Regel folgt darauf das Witr-Gebet.

Wann wird Tarawih gebetet?

Tarawih wird in den Nächten des Ramadan nach dem Isha-Gebet verrichtet und dauert häufig bis in die späteren Nachtstunden.

Warum ist Tarawih im Ramadan so bedeutsam?

Tarawih ermöglicht vielen Muslimen, große Teile des Korans gemeinschaftlich zu hören oder seine Rezitation vollständig mitzuerleben, und verstärkt den gemeinsamen Gottesdienst in den gesegneten Nächten des Ramadan.