Bedeutung

Zakat

زَكَاة

zakat · zah-kaht

Zakat ist die verpflichtende jährliche Almosenabgabe, durch die finanziell dazu fähige Muslime einen festgelegten Anteil ihres Vermögens an Bedürftige geben; sie ist die dritte Säule des Islam.

Alternative Schreibweisen

Zakah / Zakaat / Zakaah / Zecat

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Was ist Zakat?

Zakat stammt von der arabischen Wortwurzel z-k-w, die Bedeutungen wie Läuterung, Wachstum und Segen trägt. Schon der Name vermittelt eine zentrale Lehre dieser Praxis: Einen Teil des eigenen Vermögens wegzugeben vermindert es nicht, sondern läutert und vermehrt das Verbleibende – materiell wie spirituell.

Theologisch ist Zakat die dritte Säule des Islam und gehört damit zu den grundlegendsten Pflichten eines Muslims. Anders als freiwillige Wohltätigkeit ist Zakat eine genau berechnete gottesdienstliche Handlung, die fällig wird, sobald ein entsprechendes Vermögen ein volles Mondjahr lang besessen wurde. Diese Ordnung entspricht der umfassenderen islamischen Sicht auf Vermögen als ein von Allah anvertrautes Gut, das soziale Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft mit sich bringt.

Die Erhebung und Verteilung der Zakat wurde bereits in den frühesten Jahren des islamischen Gemeinwesens fest geregelt. Der Prophet ﷺ entsandte Beauftragte, die sie von Muslimen einsammelten und unter Anspruchsberechtigten verteilten. Unter den nachfolgenden Kalifaten entstanden ganze Verwaltungssysteme für die Zakat; islamische Rechtsgelehrte erarbeiteten detaillierte Regeln dazu, welche Vermögensarten zu welchen Sätzen zakatpflichtig sind und wer sie erhalten darf.

Spirituell fördert Zakat Demut, Dankbarkeit und innere Distanz zu materiellem Überfluss. Indem Gläubige regelmäßig einen Teil ihres Vermögens abgeben, üben sie sich darin, Gier zu überwinden, und erinnern sich daran, dass ihre Versorgung letztlich von Allah und nicht allein von eigener Leistung kommt. Zugleich schafft Zakat innerhalb der muslimischen Gemeinschaft ein Band gegenseitiger Verantwortung zwischen Wohlhabenden und Bedürftigen.

In der heutigen Welt wird Zakat auf Ersparnisse, Gold, Silber, Handelswaren und andere anrechenbare Vermögenswerte berechnet. Viele Muslime nutzen inzwischen Online-Rechner und spezialisierte Hilfsorganisationen, damit ihre Zakat berechtigte Empfänger vor Ort und weltweit erreicht.

Beispiele für Zakat

  • 2,5 Prozent der Ersparnisse entrichten: Liegt das Bankguthaben eines Muslims ein Mondjahr lang über der Nisab-Grenze, gibt er 2,5 Prozent davon als Zakat.
  • Armen und Bedürftigen geben: Zakatmittel werden unmittelbar an Menschen verteilt, denen die Mittel zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse fehlen.
  • Verschuldete unterstützen: Zakat darf Menschen helfen, die unter Schulden leiden, welche sie nicht zurückzahlen können.
  • Zakat auf Gold und Silber berechnen: Muslime ermitteln jedes Jahr den Wert ihrer anrechenbaren Gold- und Silberbestände, um die darauf fällige Zakat zu bestimmen.

Belegstellen in Koran und Hadith

„Die Zakat-Ausgaben sind nur für die Armen, die Bedürftigen, die mit ihrer Einziehung Beauftragten, diejenigen, deren Herzen gewonnen werden sollen, die Befreiung von Gefangenen [oder Versklavten], die Verschuldeten, für Allahs Sache und den [gestrandeten] Reisenden bestimmt.“ — Sure At-Tawbah 9:60

Der Prophet ﷺ wies Mu'adh ibn Jabal an: „Teile ihnen mit, dass Allah ihnen die Zakat auf ihr Vermögen zur Pflicht gemacht hat; sie wird von den Reichen unter ihnen genommen und den Armen unter ihnen gegeben.“ — Sahih al-Bukhari 1395

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Zakat auf Deutsch?

Zakat bedeutet „Läuterung“ und „Wachstum“: Die Abgabe eines Teils des Vermögens soll den verbleibenden Besitz läutern und seinen Segen mehren.

Wie hoch ist die Zakat?

Der übliche Zakatsatz beträgt 2,5 Prozent der zakatpflichtigen Ersparnisse und Vermögenswerte, die ein Muslim ein volles Mondjahr lang oberhalb einer Nisab genannten Mindestgrenze besitzt.

Wer muss Zakat entrichten?

Jeder erwachsene Muslim, dessen Vermögen während eines vollen Mondjahres die Nisab-Grenze erreicht oder überschreitet, ist verpflichtet, darauf Zakat zu entrichten.

Wer darf Zakat erhalten?

Der Koran nennt acht Empfängergruppen, darunter Arme, Bedürftige, Verschuldete und Reisende in Not.

Ist Zakat dasselbe wie gewöhnliche Wohltätigkeit?

Nein. Zakat ist eine verpflichtende, nach festen Regeln berechnete gottesdienstliche Handlung; Sadaqah dagegen bezeichnet freiwillige Wohltätigkeit, die jederzeit und in beliebiger Höhe gegeben werden kann.