Bedeutung
Zina
زِنَا
zina · zee-nah
Zina bezeichnet Geschlechtsverkehr außerhalb einer rechtmäßigen Ehe, den der Islam streng verbietet und als schwere Sünde mit ernsten spirituellen, sozialen und rechtlichen Folgen einstuft.
Alternative Schreibweisen
Zinah / Zinaa / Zena / Zinna
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Was ist Zina?
Zina geht auf eine arabische Wortwurzel zurück, die allgemein mit unerlaubten sexuellen Beziehungen verbunden ist. In der islamischen Rechtssprache bezeichnet sie speziell den Geschlechtsverkehr zwischen einem Mann und einer Frau, die nicht miteinander verheiratet sind. Sowohl im Koran als auch in der klassischen Rechtslehre wird der Begriff genau verwendet und klar von rechtmäßigen ehelichen Beziehungen unterschieden.
Theologisch zählt Zina im Islam zu den schweren Sünden (kaba'ir), neben Vergehen wie Schirk und Mord. Darin zeigt sich, wie ernst die Überlieferung den Schutz der Abstammung, der Familienordnung und des gegenseitigen Vertrauens zwischen Ehepartnern nimmt. Der Koran verbietet nicht nur die Tat selbst, sondern weist die Gläubigen an, sich nicht einmal Situationen zu nähern, die zu ihr führen könnten. Damit offenbart er einen vorbeugenden und nicht bloß strafenden theologischen Ansatz.
Islamische Rechtsgelehrte entwickelten für den gerichtlichen Nachweis von Zina einen ungewöhnlich anspruchsvollen Beweismaßstab: Vier Zeugen müssen die Tat unmittelbar beobachtet haben – eine Schwelle, die in der Praxis nur selten erreicht wurde. Gelehrte weisen seit Langem darauf hin, dass diese Beweisanforderung weniger zur Verfolgung aufforderte als vielmehr falsche Anschuldigungen stark abschreckte. Wer eine solche Behauptung aufstellte, aber keine vier Zeugen beibringen konnte, musste selbst mit einer Strafe wegen Verleumdung rechnen.
Spirituell ist das Verbot von Zina mit den umfassenderen islamischen Lehren über Schamhaftigkeit, Selbstbeherrschung und die Unverletzlichkeit der Familie verbunden. Der Islam versteht Keuschheit als Form des Gottesdienstes und der Disziplin, die nicht nur den Einzelnen, sondern das gesamte soziale Gefüge vor den Folgen gebrochenen Vertrauens, unklarer Abstammung und zerrütteter Familien schützt.
Im heutigen Leben werden Muslime dazu ermutigt, durch zurückhaltendes Verhalten, das Senken des Blickes, die Vermeidung unnötiger ungestörter Nähe zwischen nicht verwandten Männern und Frauen sowie durch die Ehe als rechtmäßigen und empfohlenen Weg zur Intimität Schutzvorkehrungen gegen Zina zu treffen. Dabei bleibt stets anerkannt, dass jedem, der gefehlt hat, der Weg aufrichtiger Reue offensteht.
Beispiele im Zusammenhang mit Zina
- Ungestörtes Alleinsein meiden: Die islamische Lehre rät einem nicht verwandten Mann und einer Frau davon ab, unbeobachtet miteinander allein zu sein, um Zina vorzubeugen.
- Den Blick senken: Muslime sollen ihren Blick von dem abwenden, was anzusehen ihnen nicht erlaubt ist; dies bildet eine erste Schutzlinie gegen Versuchung.
- Frühe Eheschließung fördern: Der Islam ermutigt dazu, die Ehe als rechtmäßigen Weg zu erleichtern und so Umstände zu verringern, die zu Zina führen könnten.
- Aufrichtig bereuen: Wer Zina begangen hat, soll sich in echter Reue Allah zuwenden, statt an Seiner Barmherzigkeit zu verzweifeln.
Belegstellen in Koran und Hadith
„Und nähert euch nicht dem unrechtmäßigen Geschlechtsverkehr. Gewiss, er ist etwas Abscheuliches und ein übler Weg.“ — Sure Al-Isra 17:32
„Wenn eine [unverheiratete] Frau oder ein [unverheirateter] Mann des Geschlechtsverkehrs schuldig befunden wird, dann gebt jedem von ihnen hundert Hiebe …“ — Sure An-Nur 24:2
Der Prophet ﷺ sagte: „Kein Ehebrecher begeht Zina, während er gläubig ist.“ — Sahih al-Bukhari 2475
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Zina auf Deutsch?
Zina ist die arabische Bezeichnung für unrechtmäßigen Geschlechtsverkehr zwischen Personen, die nicht miteinander verheiratet sind, und umfasst sowohl Ehebruch als auch voreheliche Beziehungen.
Warum ist Zina im Islam verboten?
Zina ist verboten, weil sie die Unverletzlichkeit von Familie, Abstammung und Vertrauen verletzt, die der Islam schützen will; der Koran untersagt sie ausdrücklich als schwere Sünde.
Was schreibt das islamische Recht bei Zina vor?
Die islamische Rechtslehre legt eine außerordentlich hohe Beweisschwelle fest: Vier Augenzeugen müssen den Akt selbst gesehen haben. Dadurch ist eine gerichtliche Verurteilung äußerst selten, und Vorbeugung sowie Reue stehen stärker im Vordergrund als Bestrafung.
Wie ermutigt der Islam dazu, Zina zu meiden?
Der Islam fördert dies durch Schamhaftigkeit in Kleidung und Verhalten, das Senken des Blickes, die Vermeidung des unbeobachteten Alleinseins nicht verwandter Männer und Frauen sowie die Erleichterung der Eheschließung.
Kann jemand Zina bereuen?
Ja. Der Islam lehrt, dass Allah aufrichtige Reue (Tawbah) für jede Sünde annimmt, auch für Zina, sofern sie mit wirklichem Bedauern und dem festen Entschluss verbunden ist, nicht dazu zurückzukehren.