Bedeutung

Barakah

بَرَكَة

barakah · buh-rah-kah

Barakah ist das arabische Wort für göttlichen Segen – eine von Allah geschenkte Mehrung, Güte oder Beständigkeit, die über das hinausgeht, was Umfang oder Aufwand äußerlich erwarten ließen.

Alternative Schreibweisen

Baraka / Barakat / Barakaat

Suchst du noch nach einer klaren islamischen Antwort?

Entdecke belegte Antworten auf Grundlage des Korans, authentischer Hadithe und anerkannter Gelehrsamkeit – ohne dich in widersprüchlichen Suchergebnissen zu verlieren.

Islam-Quiz starten
Die DeenUp-App zeigt kurze islamische Lerneinheiten

Was ist Barakah?

Barakah stammt von der arabischen Wurzel b-r-k. Mit ihr hängt auch birkah zusammen, ein Becken oder Reservoir, in dem sich Wasser sammelt und zur Ruhe kommt, ebenso das Bild eines Kamels, das sich fest auf den Boden niederlässt. Beide Vorstellungen weisen auf denselben Grundgedanken hin: Etwas sammelt sich, bleibt bestehen und gewinnt Halt, statt sich zu verflüchtigen. Barakah bedeutet daher nicht einfach „mehr“, sondern eine von Allah stammende Qualität der Beständigkeit, Genügsamkeit und Mehrung.

Theologisch wird Barakah als eine Gabe verstanden, die über das gewöhnliche Verhältnis von Ursache und Wirkung zwischen Einsatz und Ergebnis hinausgeht. Ein kleines Einkommen kann eine Familie auf eine Weise tragen, wie es ein weitaus größeres nicht vermag; wenig Zeit kann ungewöhnlich ergiebig sein; und eine bescheidene Zusammenkunft kann Menschen geistlich stärken. In islamischer Sicht sind dies Anzeichen dafür, dass Allah Barakah in eine Sache gelegt hat. Darin zeigt sich der Glaube, dass Versorgung und alles Gute letztlich von Allahs Willen und nicht allein von menschlicher Anstrengung kommen.

Historisch zieht sich das Konzept der Barakah durch Offenbarung, Geografie und Gelehrsamkeit. Der Qur'an bezeichnet Masjid al-Aqsa und seine Umgebung als gesegnet (barakna hawlahu). Islamische Gelehrte schrieben über Barakah in Verbindung mit gesegneten Zeiten wie dem Ramadan und den ersten zehn Tagen von Dhul-Hijjah, mit heiligen Orten, prophetischer Abstammung und sogar mit bestimmten Handlungen – etwa dem gemeinsamen Essen aus einer Schüssel statt getrennt voneinander.

Spirituell ist Barakah eng mit Dankbarkeit (Shukr) und Aufrichtigkeit (Ikhlas) verbunden. Statt Erfolg nur an sichtbarer Größe oder Geschwindigkeit zu messen, sollen Gläubige auf die tiefere, oft unsichtbare Leichtigkeit und Genügsamkeit achten, die eine gesegnete Angelegenheit kennzeichnet. Viele Muslime beschreiben Barakah als etwas, das eher erlebt als berechnet wird: Dinge „reichen weiter“, als es rein logisch zu erwarten wäre.

Im Alltag prägt die Suche nach Barakah viele Gewohnheiten: langsam zu essen und vor einer Mahlzeit Allahs Namen zu nennen, früh aufzustehen, im Geschäftsleben ehrlich zu handeln sowie Maßlosigkeit und Verschwendung zu meiden. Der verbreitete Ausdruck „BarakAllahu feek“ („Möge Allah dich segnen“) zeigt, wie tief dieses Konzept in die alltägliche Sprache und das Miteinander von Muslimen eingebettet ist.

Beispiele für Barakah

  • „BarakAllahu feek“ sagen: Muslime antworten auf einen Gefallen oder eine freundliche Geste oft mit diesem Ausdruck und bitten Allah, die Bemühung des anderen zu segnen.
  • Ehrlicher Handel: Von einem Händler, der aufrichtig mit seinen Kunden umgeht, heißt es häufig, in seinem Geschäft liege Barakah – selbst wenn sein Gewinn bescheiden ist.
  • Gesegnete Zeit: Das Aufstehen vor der Morgendämmerung zum Fajr-Gebet gilt weithin als Quelle von Barakah für den weiteren Tag.
  • Bismillah vor dem Essen: Wer vor dem Essen „Bismillah“ sagt, erhofft sich Barakah für die Speise, so klein die Portion auch sein mag.

Belege in Qur'an und Hadith

„Erhaben ist Derjenige, der Seinen Diener bei Nacht von al-Masjid al-Haram zu al-Masjid al-Aqsa führte, dessen Umgebung Wir gesegnet haben, um ihm einige Unserer Zeichen zu zeigen.“ — Surah Al-Isra 17:1

„Hätten die Bewohner der Städte geglaubt und Allah gefürchtet, hätten Wir ihnen gewiss Segnungen vom Himmel und aus der Erde eröffnet. Doch sie leugneten [die Gesandten], und so ergriffen Wir sie für das, was sie erworben hatten.“ — Surah Al-A'raf 7:96

Der Prophet ﷺ sagte: „Nehmt den Suhoor (die Mahlzeit vor der Morgendämmerung) zu euch, denn im Suhoor liegt Segen (Barakah).“ — Sahih al-Bukhari 1923

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Barakah?

Barakah bedeutet Segen: eine von Allah gewährte Fülle, Güte oder anhaltende Wirkung, die das übersteigt, was unter den äußeren Umständen normalerweise zu erwarten wäre.

Wie kann ein Muslim nach Barakah streben?

Muslime suchen Barakah durch eine aufrichtige Absicht, Dankbarkeit, Ehrlichkeit im Umgang mit anderen und das Gedenken Allahs. Außerdem bitten sie Allah in einer Dua unmittelbar um Segen für ihre Zeit, ihren Besitz, ihre Familie und ihre Bemühungen.

Bezieht sich Barakah nur auf Geld?

Nein. Barakah kann in Zeit, Gesundheit, Beziehungen, Wissen und selbst in einer kleinen Menge Essen liegen. Entscheidend sind Qualität und bleibender Nutzen, nicht nur die Menge.

Warum sagen Muslime ‚BarakAllahu feek‘?

Der Ausdruck bedeutet ‚Möge Allah dich segnen‘. Man dankt damit jemandem und bittet Allah zugleich, dessen Bemühungen, Besitz oder Charakter mit Segen zu erfüllen.

Kann Barakah verloren gehen?

Ja. Nach islamischer Lehre können Unehrlichkeit, Gier, Verschwendung und die Vernachlässigung des Gedenkens Allahs die Barakah in Besitz, Zeit oder Beziehungen mindern.