Bedeutung

Shahadah

شَهَادَة

shahadah · shah-hah-dah

Die Shahadah ist das islamische Glaubensbekenntnis: das Zeugnis, dass es keine anbetungswürdige Gottheit außer Allah gibt und dass Muhammad ﷺ Sein Gesandter ist. Sie ist die erste der fünf Säulen des Islam.

Alternative Schreibweisen

Shahadah / Shahada / Shahaadah / Kalima / Shahaada

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Was ist die Shahadah?

Shahadah geht auf die arabische Wurzel sh-h-d zurück, die bezeugen, Zeugnis ablegen oder einen Beweis erbringen bedeutet. Als islamischer Begriff bezeichnet sie das Glaubensbekenntnis, mit dem ein Mensch die Einheit Allahs und das Prophetentum Muhammads ﷺ bezeugt. Diese knappe, zweiteilige Aussage bildet das Eingangstor zum Islam selbst.

Theologisch ist die Shahadah die erste und grundlegende Säule des Islam. Jede weitere Säule – Gebet, Wohltätigkeit, Fasten und Pilgerfahrt – setzt den Glauben an die Wahrheiten voraus, die in der Shahadah bekräftigt werden. Sie fasst die gesamte islamische Glaubenslehre in einem einzigen Satz zusammen: den absoluten Monotheismus (Tawhid), verbunden mit der Annahme prophetischer Rechtleitung als dem Weg, auf dem Allahs Wille den Menschen bekannt gemacht wird.

Historisch reicht die Shahadah bis in die frühesten Anfänge des Islam zurück. Zu Lebzeiten des Propheten ﷺ trat jeder neue Gläubige durch das Bekenntnis eben dieser Worte in den Glauben ein – während der Jahre der Verfolgung in Mekka oft unter großer persönlicher Gefahr. Dank ihrer Schlichtheit und Klarheit konnte sich der Islam über sehr unterschiedliche Kulturen und Sprachen hinweg ausbreiten und zugleich eine einheitliche, unveränderliche Kernaussage des Glaubens bewahren.

Spirituell ist die Shahadah weit mehr als eine Formalität beim Eintritt in den Islam: Sie soll gelebt und nicht nur ausgesprochen werden. Nach Aussage der Gelehrten erfordert eine wahrhaftige Shahadah Aufrichtigkeit des Herzens, Gewissheit in der Überzeugung und Übereinstimmung zwischen dem Bekenntnis und dem eigenen Handeln. Wer die Einheit Allahs bezeugt, soll dieses Zeugnis in Gottesdienst, Moral und alltäglichem Verhalten widerspiegeln. So ist das Bekenntnis eine fortdauernde Verpflichtung und keine einmalige Rezitation.

In der heutigen Praxis wird die Shahadah mehrmals täglich im rituellen Gebet gesprochen. Ihre Kernaussagen sind Bestandteil des Gebetsrufs (Adhan), der weltweit von Moscheen erklingt, und Konvertiten sprechen sie beim formellen Eintritt in den Islam laut aus, häufig vor Zeugen in einer Moschee. Vielen Muslimen dient das leise Wiederholen der Shahadah als erdende Erinnerung an ihren grundlegenden Lebenszweck inmitten eines geschäftigen Alltags.

Beispiele für die Shahadah

  • Zum Islam übertreten: Ein Mensch spricht die Shahadah öffentlich vor Zeugen, um formell in den Glauben einzutreten.
  • In den täglichen Gebeten: Muslime sprechen die Shahadah im Sitzen (Tashahhud) eines jeden Gebets.
  • Im Gebetsruf: Die Kernaussagen der Shahadah sind in den Adhan eingefügt, der vor jeder Gebetszeit von den Moscheen gerufen wird.
  • Auf dem Sterbebett: Muslime werden ermutigt, die Shahadah als letzte Worte zu sprechen oder daran erinnert zu werden, in der Hoffnung, diese Welt mit der Bekräftigung ihres Glaubens zu verlassen.

Belege aus Koran & Hadith

„Allah bezeugt, dass es keine Gottheit außer Ihm gibt, und ebenso die Engel und diejenigen, die Wissen besitzen – Er wahrt die Gerechtigkeit.“ — Sure Al-Imran 3:18

„So wisse, [o Muhammad], dass es keine Gottheit außer Allah gibt, und bitte um Vergebung für deine Sünde.“ — Sure Muhammad 47:19

Der Gesandte Allahs ﷺ sagte: „Der Islam ist auf fünf [Säulen] erbaut: zu bezeugen, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist, das Gebet zu verrichten, die Zakah zu entrichten, die Pilgerfahrt zum Haus zu vollziehen und im Ramadan zu fasten.“ — Sahih al-Bukhari 8

Häufig gestellte Fragen

Wie lautet die Shahadah?

Die Shahadah lautet: „Ash-hadu an la ilaha illa Allah, wa ash-hadu anna Muhammadan rasul Allah“ – „Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Allah gibt, und ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist.“

Wie wird man Muslim?

Ein Mensch tritt in den Islam ein, indem er die Shahadah aufrichtig spricht und ihre Bedeutung mit voller Überzeugung bejaht. Um formell Muslim zu werden, ist kein weiteres Ritual erforderlich.

Warum gilt die Shahadah als erste Säule?

Die Shahadah ist die grundlegende Glaubensaussage, auf der jede weitere islamische Gottesdiensthandlung – darunter Gebet, Fasten und Wohltätigkeit – aufbaut.

Wird die Shahadah nur einmal gesprochen?

Zum Eintritt in den Islam wird sie einmal mit aufrichtigem Glauben gesprochen. Muslime wiederholen die Shahadah jedoch regelmäßig, unter anderem in den täglichen Gebeten, und erneuern damit fortwährend ihren Glauben.

Welches sind die beiden Hauptbestandteile der Shahadah?

Die Shahadah bekräftigt zwei grundlegende Wahrheiten: die absolute Einheit Allahs (Tawhid) und das Prophetentum Muhammads ﷺ als Sein letzter Gesandter.