Bedeutung
Shaitan
شَيْطَان
shaytan · shay-taan
Shaitan bezeichnet im islamischen Glauben Satan oder den Teufel – ein Wesen, das sich Allahs Befehl widersetzte und Menschen wie Dschinn Zweifel, Versuchung und Irreleitung ins Herz zu flüstern versucht.
Alternative Schreibweisen
Shaitan / Shaytan / Sheitan / Shaitaan / Satan
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Was ist Shaitan?
Das Wort Shaitan stammt von der arabischen Wurzel sh-ṭ-n, die im Allgemeinen Bedeutungen wie Entfernung, Auflehnung und das Sich-Entfernen vom Guten trägt. Im islamischen Glauben bezeichnet Shaitan in erster Linie Iblis, jenes Wesen, das Allahs Befehl verweigerte, sich vor dem neu erschaffenen Adam niederzuwerfen. Im weiteren Sinn bezeichnet der Begriff die Gesamtheit der Teufel – sowohl unter den Dschinn als auch, in manchen klassischen Verwendungen, Menschen, die andere aktiv irrezuführen versuchen.
Theologisch wird Iblis’ Weigerung im Koran als Urbild des Hochmuts dargestellt. Er wies einen göttlichen Befehl nicht aus Unwissenheit zurück, sondern aus Stolz: Weil er aus Feuer und Adam aus Lehm erschaffen worden war, hielt er sich für überlegen. Dieser Bericht begründet Shaitan als ursprünglichen Feind der Menschheit, der infolge seines eigenen Verlusts der göttlichen Gnade schwor, die Menschen bis zum Tag des Gerichts irrezuführen.
Historisch unterschied die islamische Gelehrsamkeit Shaitans Wesen sorgfältig von späteren volkstümlichen oder übernommenen Vorstellungen. Im Allgemeinen gilt Iblis als Dschinn, der aus rauchlosem Feuer erschaffen wurde, und nicht als gefallener Engel – obwohl er vor seinem Ungehorsam bei den Engeln gelebt und gemeinsam mit ihnen Allah gedient hatte. Klassische Koranausleger erörterten die Einzelheiten seines Wesens und seines Ranges ausführlich, waren sich aber über seine zentrale Rolle als erklärter Gegner der Menschheit einig.
Spirituell betont die islamische Lehre, dass Shaitans Macht über Menschen strikt auf Einflüsterung, Anregung und das Ausschmücken der Sünde im menschlichen Denken begrenzt ist – zu unmittelbarem Zwang ist er niemals fähig. Diese Unterscheidung wahrt den freien Willen und die moralische Verantwortung des Menschen: Wer sündigt, kann Shaitan nicht vorwerfen, ihn zur Tat gezwungen zu haben. Er kann ihn lediglich erfolgreich zu einer Entscheidung verleitet haben, die der Mensch jederzeit hätte ablehnen können.
Im Alltag bleibt das Bewusstsein für Shaitans Methoden praktisch bedeutsam. Es hilft Muslimen, Muster der Versuchung, das Aufschieben des Gottesdienstes oder unbegründete Zweifel und Ängste als mögliche Einflüsterungen zu erkennen. Ihnen sollen sie mit dem Gedenken Allahs, der Zufluchtsbitte und einer raschen Rückkehr zu guten Taten begegnen, anstatt in Schuldgefühlen oder Verzweiflung zu verharren.
Beispiele für Shaitan
- Zweifel im Gebet einflüstern: Wer während der Salah plötzlich aufdringliche Zweifel erlebt, soll darin eine Einflüsterung Shaitans erkennen und bei Allah Zuflucht suchen.
- Zum Aufschieben verleiten: Gute Taten wie Wohltätigkeit oder Reue hinauszuzögern, wird häufig als eine subtile Taktik von Shaitans Einfluss beschrieben.
- Sünde ausschmücken: Eine verbotene Handlung harmlos oder anziehend erscheinen zu lassen, entspricht der koranischen Beschreibung von Shaitans Versuchungsmethoden.
- Vor der Rezitation Zuflucht suchen: Vor der Koranrezitation sagen Muslime „A'udhu billahi min ash-shaytanir rajeem“ (Ich suche Zuflucht bei Allah vor dem verfluchten Shaitan).
Belege aus Koran & Hadith
„Wahrlich, Satan ist euch ein Feind; so nehmt ihn euch zum Feind.“ — Sure Fatir 35:6
„Und [gedenkt], als Wir zu den Engeln sagten: ‚Werft euch vor Adam nieder‘, und sie warfen sich nieder – außer Iblis. Er weigerte sich, verhielt sich hochmütig und wurde einer der Ungläubigen.“ — Sure Al-Baqarah 2:34
„Sprich: ‚Ich suche Zuflucht beim Herrn der Menschen … vor dem Übel des Einflüsterers, der sich zurückzieht, der [Böses] in die Herzen der Menschen einflüstert.‘“ — Sure An-Nas 114:1–5
Häufig gestellte Fragen
Wer ist Shaitan im Islam?
Shaitan wird meist mit Iblis gleichgesetzt. Aus Hochmut weigerte er sich, sich vor Adam niederzuwerfen, wurde daraufhin von Allahs Barmherzigkeit ausgeschlossen und zum erklärten Feind der Menschheit.
Ist Shaitan ein gefallener Engel?
Nach vorherrschender islamischer Lehrmeinung war Iblis ursprünglich ein Dschinn, also ein aus rauchlosem Feuer erschaffenes Wesen, und kein Engel. Vor seinem Fall lebte und diente er jedoch unter den Engeln.
Wie führt Shaitan Menschen nach islamischer Lehre in Versuchung?
Shaitan flüstert Zweifel ein, lässt Sünden verlockender erscheinen und schürt Angst oder Verzweiflung im menschlichen Herzen. Er besitzt jedoch keine Macht, einen Menschen zu einer Handlung zu zwingen.
Kann Shaitan die Handlungen eines Menschen kontrollieren?
Nein. Nach islamischer Lehre kann Shaitan lediglich Einflüsterungen und Versuchungen nahelegen. Jeder Mensch behält seinen freien Willen und trägt die volle Verantwortung für die eigenen Entscheidungen.
Wie kann sich ein Muslim vor Shaitans Einfluss schützen?
Muslime sollen bei Allah Zuflucht suchen, Koranverse wie Ayat al-Kursi rezitieren, regelmäßig beten und Allahs gedenken sowie sich ihrer Absichten und Handlungen bewusst bleiben.